Tokyo Tower, Hakone, Abschiedsfeiern, letzte Tage – Woche 45-46

Hey,

hier kommt nun der Abschlussbericht zu meinen letzten Wochen in Japan.

Die letzten Januartage war ich vor allem mit Lernen für die diversen Prüfungen beschäftigt. Am 26.1. ging es mit der mündlichen Prüfung los, in der ich ein Kreisdiagramm erklären musste und anschließend gab es einige Fragen zu unseren Gruppenprojekt. Es war nicht perfekt, ein paar Fehler macht man immer, besonders wenn man aufgeregt ist, aber es lief ziemlich gut, würde ich sagen. Am nächsten Tag ging es weiter mit Grammatik (und Vokabeln), die Prüfung lief besser, als ich erwartet hatte und als zweites dann noch die Leseverständnisprüfung. Da war ein sehr, sehr schwerer Text dabei, bei dem einige aus meiner Klasse, ich eingeschlossen, ein einziges, aber sehr zentrales Wort, nicht verstanden haben, wodurch der ganze Text unverständlich wurde. Aber ansonsten war auch diese Prüfung okay.

Am selben Tag gönnte ich mir dann Nachmittags ein Bisschen Freizeit und fuhr nach Roppongi. Roppongi ist eigentlich bekannt für seine Nachtclubs und für seine hohe Konzentration an Ausländern. Ich bin kein großer Fan von Diskos etc. und meide Roppongi eigentlich. Auch aus dem Grund, dass hier die Kriminalität etwas höher ist, als im übrigen Tokyo. Wenn man Abends irgendwo beklaut wird, dann in Roppongi und zwar nicht von Japanern, sondern von anderen Ausländern.
Aber ich war nicht zum Feiern da, sondern bin ins Mori Art Center in den Roppongi Hills gegangen. Im 54. Stock ist dort derzeit eine Sonderausstellung zum 150. Todestag des japanischen Künstlers Utagawa Kuniyoshi (1797-1861). Kuniyoshi ist bekannt für seine Farbholzschnitte (Ukiyo-e). Die Ausstellung zeigte über 400 seiner Werke, neben den Drucken auch 2 originale Druckplatten. Die Ausstellung war sehr sehenswert. Die Drucke behandeln eine große Anzahl von Themen: Illustrationen zu Romanen und Legenden, Alltagsszenen mit Frauen und Kindern, Fantastisches, Abstraktes und Tiere. Die Drucke sind sehr detailliert und vor allem auch sehr bunt. Das macht die Ausstellung nicht nur interessant für Kunstliebhaber, sondern auch für Manga-Fans, denn viele der Bilder erinnern stark an frühe Comics und es wird deutlich, wo japanische Manga ihre Wurzeln haben. :D Der Spaß kostet 1200 Yen (12€) für Studenten und 1500 Yen regulär und ist noch bis zum 12.02. in Roppongi zu sehen. Eine kleine Warnung vielleicht noch. Die Ausstellung ist sehr, sehr voll.

Danach bin ich noch zum Tokyo Tower gefahren. Ich weiß, es ist kaum zu glauben, aber in all der Zeit, die ich in Tokyo verbracht habe, war ich nicht einmal beim Tokyo Tower. Der Tokyo Tower ist derzeit noch Tokyos Fernsehturm und sieht dem Pariser Eifelturm von der Form her zum Verwechseln ähnlich, ist allerdings mit 333 Metern etwas höher. Für 800 Yen (8€) kann man etwa in die Mitte des Turmes eine Aussichtsplattform besuchen, von der man einen schönen Blick über Tokyo hat. Wem das noch nicht hoch genug ist, der kann auf dieser Plattform für 600 Yen ein weiteres Ticket für eine 2. Aussichtsplattform auf 250 Metern Höhe kaufen.
Ich war mit der Plattform auf 150 Metern Höhe sehr zufrieden und habe einige schöne Bilder vom nächtlichen Tokyo machen können. Tokyo ist bei Nacht eine wirklich wunderschöne Stadt! :mrgreen: Schade nur, dass es keine Aussichtsplattform ohne Fenster in Tokyo gibt. So eine wie in Osaka, wo man vom Dach eines Gebäudes ohne Fenster eine 360° Rundumsicht auf die Stadt hat. Deshalb gibt es diesmal leider kein Panorama-Foto, sondern nur normale Fotos. ;)

Danach ging ich zurück zum Bahnhof und kam dabei zufällig noch ein einem sehr schönen Tempel vorbei, der mir bisher irgendwie entgangen war. Dabei hatte ich gedacht, alle größeren, schönen Tempel in Tokyo bereits besichtigt zu haben.

Der Tempel heißt Zôjô-ji und ist bekannt dafür, dass sich auf seinem Friedhof die Gräber einiger Tokugawa-Shogune befinden. Außerdem befindet sich auf dem Tempelgelände eine sehr große Anzahl von Jizô-Statuen mit kleinen Spielzeug-Windrädern. Sieht sehr schön aus und ist definitiv einen Besuch wert. Da sich der Tempel am Fuß des Tokyo Towers befindet, lässt sich beides natürlich gut kombinieren. ;)

Am Samstag hatte ich dann mein letztes Aikido-Training und habe ein sehr schönes Gruppenfoto mit den Zirkel-Mitgliedern gemacht. Es waren leider nicht alle da, aber die Mehrheit der Leute, mit denen ich mich gut verstanden habe, ist auf dem Foto. :mrgreen:
Nach dem Training wurde verabredet, dass wir uns in der nächsten Woche noch einmal treffen würden, um eine kleine Abschiedsfeier für mich zu machen. :D

Den Sonntag habe ich dann zuerst mit Lernen verbracht, Abends habe ich mich dann mit Louise aus meinem Sprachkurs in Shinjuku getroffen.
Louise wollte mir eine kleine Bar zeigen, deren Besitzer ein großer Super-Mario-Fan ist und der seine Bar entsprechend gestaltet hat. Ich hatte von einem Lokal gehört, in dem man Insekten essen kann. Wir beschlossen beides zu kombinieren. Wir gingen zuerst zum Hanbei, um Insekten zu kosten, das heißt, ich wollte kosten und Louise wollte nur zugucken. :mrgreen: Leider wurde uns am Eingang gesagt, dass die Wartezeit mindestens 90 Minuten betragen würde. Die halbe Stunde, die wir noch hatten, bevor die Mario-Bar aufmachte, vertrieben wir uns deshalb im Don Quijote, einem Laden in dem es alles gibt, vor allem merkwürdiges Zeugs. ;) #

Schulmädchen-Kostüme für Männer... es ist wohl besser, man hinterfragt das nicht. ;)

Dann gingen wir in die Mario-Bar, die ein wenig abseits in einer kleinen Seitenstraße liegt. Wenn man die Adresse kennt, ist sie leicht zu finden, denn es sitzt ein Mario auf dem Dach. Die Bar heißt Muteki☆Mario und besteht nur aus einem winzigem Raum. In diesem Raum ist allerdings vermutlich das gesamte Super-Mario-Merchandise der letzten Jahre gestopft worden. Der Raum quillt über vor Spielzeugfiguren, Plüschtieren und Schlüsselanhängern. Die Lampen sind gestaltet, wie die grünen Röhren, durch die Mario rutscht. Außerdem gibt es eine Wii, mit der man kostenlos spielen kann. Dazu sind im Raum diverse Bildschirme angebracht, sodass die Gäste miteinander spielen können. Die spielbaren Spiele, scheinen dabei zu variieren. Als wir da waren, war Super-Nintendo-Retro-Tag. Und es gab nur Super-Nintendo Spiele. War aber trotzdem lustig. Neben Mario und Mario Kart haben wir auch Street Fighter 2 und Donkey Kong gespielt. Louise konnte sich aber erinnern, dass sie in de Bar auch schon Wii und N64-Spiele gespielt hatte.
Der Barkeeper war nett und hat uns 2 seiner selbsterfundenen Cocktails gemixt, die nach den Charakteren der Mario-Spiele benannt waren. Außerdem gab es noch eine große Auswahl Whiskey, auch europäischen. Also die Cocktails sind nicht empfehlenswert. Meiner schmeckte wie Medizin und Louises war einfach nur süß. Vermutlich sollte man lieber einen Whiskey bestellen. ;) Insgesamt ist die Bar aber durchaus einen Besuch wert! Die eher schlechten Cocktails wurden von der Einrichtung und der Atmosphäre wieder wett gemacht. Und eine Bar, in der als Hintergrundmusik Supercar und die Red Hot Chili Peppers laufen, kann nur gut sein. ;)

Die Bar von Aussen

Innen

Der Thresen :mrgreen:

Beim Super Mario spielen

Kurz vor 21.00 Uhr machten wir uns auf den Weg zurück zum Hanbei, wo wir wieder warten mussten, aber zum Glück nur kurz, dann waren 2 Plätze frei. Das lustige am Hanbei sind nicht nur die Insekten, sondern auch die Einrichtung. Die ist nämlich aus den 50er und 60er Jahren und soll die Atmosphäre der Showa-Zeit wieder aufleben lassen. Louise und ich bekamen einen schmalen Raum, der mit Postern und Figuren der populären Manga und Anime dieser Zeit gestaltet war. :D
Leider waren die Insekten an diesem Abend gerade ausverkauft, aber Frosch gab es und so habe ich dann Frosch gegessen. Ansonsten sind die Gerichte auch eher simpel, aber die Getränke sind recht günstig und die Atmosphäre ist schön. Der Laden ist auf jeden Fall eine Empfehlung wert.
Kurz nach 22.00 Uhr machten wir uns dann auf den Heimweg, schließlich hatten wir am nächsten Tag schon wieder 2 Prüfungen.

Filmposter und Spielzeug aus der Showa-Zeit im Hanbei

Mein Frosch

Am Montag war dann Hörverständnis und Aufsatz angesagt. Beides zum Glück nicht schwer und ich habe ein sehr gutes Gefühl. :)
Nachmittags war dann noch einmal Lernmarathon angesagt und zwar für die schwierigste aller Prüfungen: Kanji. 80 Kanji + die dazugehörigen Vokabeln (ca. 5 pro Kanji) macht ca. 400 Wörter, von denen man die Kanji lesen und schreiben können musste. Die Prüfung am Dienstag lief dann besser als ich erwartet hatte und war wesentlich leichter, als die Prüfung, die wir im November geschrieben hatten. Ich war überrascht.
Nach dem Test hieß es dann Abschiednehmen von Louise, die leider keine Zeit hatte, zu unserer Abschiedsfeier am gleichen Abend zu kommen. Danach fuhr ich nach Hause und packte das vorletzte Päckchen, dass ich noch nach Hause schicken wollte. Im Internet hatte ich mich schlau gemacht und entdeckt, dass es einen Sondertarif für Printmedien gibt. Damit kann man bis zu 30 kg Bücher, Zeitschriften etc. zu einem sehr günstigen Preis weltweit verschicken. Ich hatte mir in der Post eine großen Karton gekauft, in den ich all meine restlichen Bücher und Manga packte. Leider wird dieser Sondertarif für besonders schwere Pakete nur in größeren Postfilialen angeboten. Deshalb schleppte ich mein 15 kg (!) Paket bis zur größten Postfiliale in der Nähe des tokyoter Hauptbahnhofes. Dort lief ich dann 1 Mal rund um den Bahnhof, weil die Post aufgrund von Renovierungsarbeiten umgezogen war. Als ich dann endlich in der Filiale angekommen war, dachte ich, mir sterben die Arme ab. ;) Danach ging alles ganz problemlos. Ich sagte, dass ich das Paket mit dem Sondertarif verschicken wollte (M-Bag) und ließ den Postmann den Inhalt des Paketes kontrollieren, denn die wollen natürlich sichergehen, dass wirklich nur Printmedien drin sind. Danach schrieb ich die Adresse auf ein kleines Kärtchen, das Paket wurde in einen Postsack getan, an dem das Adresskärtchen befestigt wurde. Um 15 kg Bücher (hauptsächlich Fachbücher) nach Deutschland zu schicken, zahlte ich 130€. Das ist sehr billig, denn ich habe die Bücher per Luftpost geschickt! Der einzige Nachteil dieser Versandart ist, dass das Paket nicht registriert ist und man es online nicht verfolgen kann. Da die japanische Post aber sehr zuverlässig ist und bisher alle meine Pakete ohne Probleme nach Deutschland gekommen sind, gehe ich davon aus, dass alles gut geht und dieses Paket hier ankommt, auch wenn ich es nicht verfolgen kann. ;)

Danach fuhr ich nach Shinjuku, wo sich unser Japanisch-Kurs zu einer Abschiedsfeier traf. Leider konnten nicht alle kommen, aber der Großteil der Leute war da und es wurde ein lustiger Abend.

Mal ein Bild einer besonderen Spezies. Hosts in ihrem natürlichem Lebensraum, in Shinjuku Kabukicho

Meine Klasse

Von Links nach Rechts Cameron aus Australien, Shining aus Taiwan, wohnt in Australien, Angela aus China, wohnt in Neuseeland und ich

Am nächsten Tag stand ich früh auf, denn ich hatte einen letzten Ausflug geplant. Es ging nach Hakone, wo ich mir einmal den Fuji aus der Nähe angucken wollte. Los ging es ab Shinjuku, denn von dort fährt die Odakyu-Linie, die ein Spezial-Ticket für Ausflüge nach Hakone anbietet. Für 5000 Yen (50€) erhält man ein Ticket, dass 2 Tage gültig ist. Mit diesem Ticket kann man bis nach Hakone fahren und in Hakone alle Verkehrsmittel benutzen,die zur Odakyu-Linie gehören. Das betrifft Busse, kleine Bergbahnen, Boote, Seilbahnen etc. Kurz gesagt, man kommt überall hin und bekommt sogar noch Rabatt auf einige Sehenswürdigkeiten. Selbst für einen Tagesausflug lohnt sich das Ticket.
Als ich morgens in Tokyo losfuhr, war noch strahlender Sonnenschein, aber je näher ich nach Hakone kam, desto mehr Wolken sah man. Allerdings war das Wetter immer noch gut. Ich fuhr zunächst mit verschiedenen Bahnen und einer Seilbahn zum Owakudani-Tal, das bekannt ist für seine Schwefel-Quellen. Auf ca. 1000 Meter Höhe befindet sich dieses Tal, dass beeindruckend ist, weil überall Dampf aus der Erde aufsteigt. In den Schwefel-Quellen werden Eier gekocht, deren Schale durch den Schwefel schwarz wird. Es wird gesagt, dass jedes gegessene Ei das Leben um 7 Jahre verlängert. Die Eier gibt es in 5er-Packs zu kaufen, dementsprechend werde ich nach dem Verzehr dieser 5 Eier jetzt 35 Jahre älter werden, als das ursprünglich von der Natur geplant war. :mrgreen: Geschmacklich unterscheiden sich die Eier übrigens nicht von normalen gekochten Eiern.

Schwefelabbau

Schwefeldampf steigt aus der Erde auf

So schön die Landschaft dort im Tal auch war, es gab 2 Minuspunkte. Zum einen den Wind. Schon kurz vor Ankunft im Tal, war in der Seilbahn-Gondel deutlich zu spüren, dass es auf dieser Höhe stürmte, denn die Gondel schwankte auf den letzten 100 Metern bedrohlich. Als ich aus dem Bahnhof trat, hatte ich Mühe auf einer Stelle stehen zu bleiben, ohne weggeweht zu werden. Gleichzeitig blies einem der Wind kleine harte Eiskristalle ins Gesicht, das war nicht so angenehm. Der zweite Minuspunkt waren die Wolken. Überall war blauer Himmel nur in Richtung des Fuji war ein schmales Wolkenband zu sehen. Und genau dieses schmale Wolkenband verdeckte die Sicht auf den Fuji den gesamten Tag! Über dem Band war wieder blauer Himmel, ich hätte schreien können. So konnte ich leider nur den unteren Teil des Fujis sehen, der Gipfel versteckte sich den ganzen Tag. :(

Dort im Hintergrund sieht man, wenn man genau hinguckt, den Fuß des Fuji...

... so hätte es eigentlich aussehen sollen ;)

Panoramafoto, zum Vergrößern draufklicken

schwarzes Ei

Mein Mittagessen

Als ich mit der Besichtigung des Tales fertig war, konnte ich mit der Seilbahn leider nicht den Berg wieder hinunterfahren, weil die aufgrund des starken Windes den Betrieb eingestellt hatte. Also nahm ich den Bus zu meinem nächsten Ziel, dem Ashinoko See. Über den großen Bergsee fahren 2 große Schiffe, auch die waren in meinem Hakone-Pass enthalten. Am See angekommen, musste ich feststellen, dass auch die Schiffe aufgrund des Windes und dem daraus resultierenden starken Wellengang nicht fuhren. Also nahm ich den Bus zum Hakone-Schrein. Dies Aussicht vom Bus aus, der oberhalb des Sees entlang fuhr, war auch nicht schlecht, aber vom Schiff wäre die Aussicht auf den See und die umliegenden Berge natürlich schöner gewesen.
Der Schrein, der schon im 8. Jahrhundert gegründet wurde, war klein aber schön. Bekannt ist der Schrein auch für sein Torii, das unterhalb des Schreins im See steht und ein Symbol für Frieden ist.

Blick auf den Ashinoko

Danach lief ich zur einer kleinen Stadt namens Moto-Hakone und von dort sah ich mir die alte Tokaido-Straße an, die während der Edo-Zeit Tokyo und Kyoto verband. Noch heute säumen hohe Zedern die alte Straße, die man zum Teil noch entlang laufen kann. Nach ich eine kurze Zeit gelaufen war, kam ich zu einem kleinen Park, in dem sich der ehemalige Sommerpalast des Tenno befindet. Obwohl „Palast“ ein Bisschen übertrieben ist, dafür ist das Gebäude nicht groß genug. Das Haus ist für die Öffentlichkeit geöffnet und vom Balkon das 2. Stocks hat man einen schönen Blick über den See und die umliegenden Berge, bei gutem Wetter auch auf den Fuji. Ich hatte gehofft, dass sich bis zum Nachmittag vielleicht die Wolken über dem Fuji verzogen hätten, aber ich hatte kein Glück und der Fuji war noch immer nicht zu sehen.
Ich war bei meiner Planung nicht davon ausgegangen, dass ich noch Zeit haben würde, eines der Onsen zu besuchen, für die Hakone berühmt ist. Deshalb hatte ich mir auch keine Infos zu Onsen rausgesucht. Ich begab mich also auf eine kurze, aber erfolglose Suche nach einem Onsen in der Nähe. Aber so auf die Schnelle und ohne Karte habe ich natürlich nichts gefunden.
Da bin ich dann wieder nach Hause gefahren. Ich möchte nicht sagen, dass der Ausflug völlig umsonst war, weil ich den Fuji nicht gesehen habe, aber es war schon sehr schade. Trotzdem ist Hakone sehenswert, die Berglandschaft ist wirklich schön. Und wer mehr Zeit hat als ich, muss natürlich eines der vielen Onsen besuchen. ;)

die alte Tokaido-Straße

im Hintergrund unter der kleinen Wolke hätte eigentlich der Fuji zu sehen sein sollen

So hätte es aussehen sollen:

http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/c/c5/LakeAshi_and_MtFuji_Hakone.JPG

Bratwurst-Laden in Moto-Hakone :mrgreen:

Am Donnerstag war dann packen und putzen angesagt, denn mein Vermieter wollte mein Zimmer noch einmal kontrollieren, bevor er mir die Kaution zurück gab. Außerdem schickte ich ein letztes Päckchen, das meinen Aikido-Anzug enthält, nach Hause.
Abends traf ich mich dann mit den Aikido-Leuten vor der Uni und wir gingen Yakiniku (so was ähnliches wie Grillen) essen. Zum Glück gibt es in der Nähe der Uni ein Lokal, das recht günstig ist. Für 20€ pro Person bekamen wir ca. 2 Stunden lang fast mehr Fleisch, als wir essen konnten. Außerdem Salat, Reis und diverse Soßen. War ein sehr lustiger Abend. Nach den 2 Stunden, gingen einige nach Hause, weil sie entweder noch etwas vor hatten, oder aber nach japanischen Gesetz noch nicht volljährig waren. Der Rest von uns ging dann noch was Trinken. Don, der Deutsch studiert, zeigte sich mal wieder von seiner spendablen Seite und wollte unbedingt für mich bezahlen. ;) Ich wollte das eigentlich nicht, weil er ja schon zu Weihnachten die Hälfte meiner Rechnung im Pub für mich gezahlt hatte, aber mein Widerspruch wurde abgeschmettert.

Aura, ich und Don. Oder auch, wie Don feststellte, der personifizierte Dreimächtepakt, Italien, Deutschland und Japan. ;)

Risa, Natsuko, Yuka, Aura, ich und Don

Am Freitag Vormittag packte ich dann alles endgültig fertig und Abends traf ich mich mit Ayaka, Yoko und Yuri, meinen 3 Freundinnen, die Deutsch studieren. Da wir uns nicht so richtig hatten entscheiden können, was wir machen wollten, trafen wir uns bei Ayaka zu Hause, die in der Nähe der Uni in einem kleinen Appartment wohnt. Alle brachten ein Bisschen was zu Essen mit und außerdem kochten wir ein Bisschen.
Und wir aßen Ehomaki, denn es war der 3. Februar und damit Setsubun, das bedeutet Frühlingsanfang. An diesem Tag werden Bohnen auf die Straßen geworfen, um die Dämonen zu vertreiben. Außerdem isst man die Bohnen auch, glaube ich. Was man auf jeden Fall isst, sind Ehomaki. Das sind lange Rollen, die Sushi-Rollen ähnlich sehen. In diesen Rollen sind die Nahrungsmittel enthalten, die in diesem Jahr Glück bringen sollen. In diesem Jahr waren das unter anderem Hähnchen-Schnitzel ( :mrgreen: ), Tintenfisch, Algen, Mayonnaise (warum auch immer) und einiges anderes Zeugs. Beim Essen muss man in eine glückbringende Richtung gucken (ich glaube es war Nord-Osten) und darf nicht reden. Also haben wir uns bei Ayaka im Zimmer auf den Fußboden gesetzt, alle in eine Zimmerecke geguckt und schweigend unsere Ehomaki gegessen, die übrigens sehr lecker waren.
Es war ein sehr schöner Abend und zum Schluss haben die 3 mich überrascht, denn sie hatten ein kleines Fotobuch gebastelt, in dem Fotos all unserer Ausflüge waren und dem jede einen kurzen Text zu mir und meiner Zeit in Japan geschrieben hatte. :D
Ayaka und Yoko werden ab März in Deutschland studieren, deshalb viel der Abschied nicht all zu schwer, weil wir uns in diesem Jahr definitiv wieder sehen werden.
Aber von Yuri viel mir der Abschied deutlich schwerer und ihr auch! Wir sind ziemlich gute Freunde geworden, in der Zeit, in der ich in Japan war.

unser Eintopf

Ehomaki

Yoko, Ayaka und ich

Yoko, Ayaka und Yuri essen Ehomaki

Wir alle 4 mit dem Fotobuch

Mein Fotobuch

Am Samstag habe ich mir einen freien Tag gegönnt und bin noch ein letztes Mal in Harajuku, Shibuya, Akihabara und Ikebukuro gewesen, als Abschied sozusagen. Ich habe noch ein Bisschen sinnloses Zeugs gekauft und bin dann wieder nach Hause gefahren.
Am Sonntag bin ich dann bei mir noch mal spazieren gegangen und war Abends ein letztes Mal im Badehaus.

Shibuya Crossing... und zu diesem Zeit ist es noch ziemlich leer :mrgreen:

Ein letztes Mal Crêpe in Harajuku, Heidelbeer-Käsekuchen-Sahne-Crêpe, lecker!

Crêpe-Laden

Am Montag hieß es dann früh aufstehen, weil ich 7.30 Uhr den Zug von Nippori zum Flughafen kriegen wollte. Gegen 9.00 Uhr war ich dann in Narita angekommen und checkte ein. Mein Koffer hatte zwar ein Bisschen Übergewicht und ich hatte 2 Handgepäckstücke, statt dem erlaubten einen, aber ich bin problemlos durch den Check-In gekommen. ;) Vielleicht auch, weil ich meine Sophia-Uni Jogginghose anhatte und die Frau am Check-In daraufhin freudestrahlend zu mir meinte, dass sie auch an der Sophia studiert hat. :mrgreen:
Danach habe ich noch eine große Packung Reiskuchen als Souvenir für meine Eltern gekauft und dann ging auch schon mein Flieger.
Der Flug verlief ziemlich ereignislos, ich hab einige sinnlose Filme und Serien geschaut und mich nett mit dem älteren japanischen Ehepaar unterhalten, das neben mir saß. Das Umsteigen in Amsterdam hat dann auch geklappt und 18.30 Uhr war ich pünktlich in Berlin, wo mich meine Mutter und ein Freund der Familie erwartet haben.
Als ich mit meiner Mutter dann zu Hause angekommen war, habe ich auch gleich meine Souvenirs verteilt.

Der Himalaya, aus dem Flugzeug fotographiert.

Damit ist mein Austauschjahr jetzt offiziell beendet.
Ich habe viele, viele tolle Erfahrungen gemacht, bin viel gereist, habe viel gelernt und bereue keinen einzigen Tag! :mrgreen: Im September letzten Jahres nach Japan zurück zu kehren, war eine der besten Entscheidungen, die ich in meinem Leben je getroffen habe.

Der Blog bleibt natürlich auch weiterhin für alle Interessierten online. Vielleicht werde ich noch mal ein paar kleinere Einträge schreiben. Wenn ich wieder nach Japan gehe, und das werde ich, die Frage ist nur wann, dann wird dieser Blog natürlich weitergeführt. :mrgreen:

Soweit von mir.

Zum Schluss noch einige lustige Bilder der letzten Tage.

Getränkeautomaten mit Touchscreen:

Werbung für eine Versicherung

Haniwa, Statuen Kofun-Zeit, in Tassen-Form... warum gibt's so lustiges Merchandise zu archäologischen Funden in Deuschland nicht?

Alapaka-Uhr, gefunden im Loft

lustige Erdnussflips-Tüte


Mame-Shiba (Bohnen-Hunde) auf einer Verpackung für geröstete Erdnüsse und Sojabohnen.

2 Kommentare

  1. Liebe Britta,
    Frosch habe ich auch schon mal gegessen. Aber nicht mit Stäbchen…
    Es sind wieder so schöne Bilder! Und Dein Aikido-Partner hat auch ganz lieb mitgespielt und sich von Dir umlegen lassen…

    Jedenfalls ist es schön, dass Du wieder da bist. Und mit den zusätzlichen 35 Lebensjahren sind doch wirklich noch ein paar Japan-Besuche, – Aufenthalte, – Lebensphasen drin…
    Ich drück Dich!
    Katarina

  2. Ach du bist schon wieder hier!?
    Irgendwie ist das traurig, aber schön natürich, dass du heil wieder in Deutschland angekommen bist! :)
    Dein Blog ist auf jedenfall unglaublich informativ, lustig und gut bebildert – das Lesen und Betrachten hat mir jedes Mal viel Freude bereitet. Vielen Dank für deine Mühe!

    PS:
    Wann bekommst du denn deine Prüfungsergebnisse mitgeteilt?
    Klingt so als wärst du ohne das Ergebnis zu kennen wieder abgereist…

Einen Kommentar schreiben

*